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Rückenschule

Der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte war gesundheitlich betrachtet ein Rückschritt. Der Lebensraum der Menschen hat sich durch technische Errungenschaften wie dem Auto und dem Computer weitreichend verändert.

Die alltägliche Bewegung im Arbeitsprozess früherer Jahre wurde zum Opfer der zunehmenden Rationalisierung. Aber auch in der Freizeit, deren Anteil an der Lebenszeit der heutigen Bevölkerung immer höher wird, steht bei vielen der Genuss im Vordergrund. Der Bewegungsdrang, der dem Menschen eigentlich genetisch mitgegeben wurde, wird häufig schon in der frühen Kindheit unterdrückt und nicht mehr ausgelebt.

Als Ergebnis dieser "Rückentwicklung" lassen sich die Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Übergewicht ausmachen. Ebenso weit verbreitet sind Rückenschmerzen.

Gut 80 Prozent der deutschen Bevölkerung werden mindestens einmal in ihrem Leben von Rückenschmerzen geplagt. Damit sind die Rückenschmerzen die heimliche Nummer Eins unter den Zivilisationskrankheiten. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, fordern Mediziner schon lange Modelle zur Prävention.

Ein Modell ist 1987 unter dem Namen "Karlsruher Rückenschule" entwickelt worden. In dieses ganzheitliche Konzept sind die Erfahrungen von Orthopäden, Sportwissenschaftlern, Psychologen und Krankengymnasten eingeflossen. Seit dem sind die Rückenschulen zu einer zentralen Maßnahme der Prävention und Gesundheitsförderung ausgebaut worden und werden von den Krankenkassen gefördert.

Die Inhalte der Rückenschule lassen sich in motorische, kognitive, affektiv-emotionale und soziale Ziele unterteilen. Motorisches Ziel ist z.B. die Verbesserung der motorischen Handlungsfähigkeit durch Sensibilisierung für den Körper (Körperwahrnehmung, Rückenbewußtsein). Kognitive Inhalte sollen rückenspezifische Kenntnisse vermitteln (z.B. Belastungs- und Risikofaktoren).

Affektive-emotionale Ziele sind z.B. das Erleben von Spaß und Freunde am und beim Bewegen zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Im sozialen Bereich sollen über die Kommunikationsfähigkeit, das Teamwork und die Integrationsfähigkeit letztlich die soziale Kompetenz verbessert werden.

Die Erarbeitung der einzelnen Ziele innerhalb einer Gruppe soll jedem Einzelnen eine Motivation zur Anwendung wirkungsvoller Alltagsstrategien für ein rückenfreundliches Verhalten an die Hand geben.


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