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Laryngektomie

Wie schon beim Aufbau und den Funktionen des Kehlkopfes erwähnt, sorgt der Kehlkopf dafür, dass Nahrung und Atemluft richtig in Speise- bzw. Luftröhre verteilt werden. Nach der kompletten Entfernung der Kehlkopfes fehlt diese Funktion komplett. Zusätzlich können die Patienten nach einer solchen Operation auch nicht mehr riechen.

Bei der Larynektomie muss der Operateur den Speise- und Luftweg trennen, damit beim Schlucken keine Nahrung in der Luftröhre gelangen kann. Hierzu wird am unteren Hals eine vom Speiseweg getrennte Atemöffnung gelegt - das Tracheostoma. Ab diesem Zeitpunkt atmet der Betroffene nur noch durch diese Öffnung.

Patienten brauchen eine gewisse Zeit um sich an den künstlichen Atemausgang zu gewöhnen, da sie nun nicht mehr über die Nase oder den Mund atmen können.

Um die neu geschaffene Atemöffnung offen zu halten, müssen Patienten in den ersten Woche eine Trachealkanüle tragen. Am Anfang werden Ärzte oder das Pflegepersonal das Wechseln dieser Kanüle vornehmen. Später werden Sie auch angeleitet, wie Sie die Kanüle rausnehmen, reinigen, pflegen und wieder einsetzen.

Durch die Entfernung des Kehlkopfes müssen sich die Schleimhäuter und die Lunge auf die neue Atemsituation einstellen. Am Anfang kann es dazu kommen, dass Sie vermehrt husten müssen oder abgesaugt werden müssen, da mehr Schleim abgesondert wird. Diese Beschwerden gehen aber nach einigen Wochen zurück.

Außerdem sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihnen das Essen und Trinken am Anfang aufgrund der Wunden, die noch nicht abgeheilt sind, schwer fall wird. Die ersten Tage nach der Operation erhalten Sie Nahrung über eine Magensonde, damit das OP-Gebiet ausreichend verheilen kann. Nach ein paar Tagen können Sie wieder normal schlucken und alles essen und trinken.

Die größte Umstellung wird für Sie sein, dass Sie nicht mehr riechen und sprechen können. Flüstern ist weiterhin durch bewegen der Lippen, des Unterkiefers und der Zunge möglich. Die ersten Tage nach der Operation sollten Sie sich aber nur durch Zeichensprache und Aufschreiben verständlich machen.

Diese Art der Verständigung fällt allen Beteiligten am Anfang schwer, weil sie erst lernen müssen, die Zeichen zu deuten bzw. die Ausdauer aufbringen müssen auf das Aufschreiben zu warten.

Wichtig ist jedoch, dass Sie sich durch Missverständnisse nicht entmutigen lassen. Beschränken Sie sich am Anfang der Verständigung aus diesem Grund auf das Allernotwendigste.

Wenn die Operationswunden abgeheilt sind - nach ca. 2 Wochen - wird unter fachlicher Anleitung mit den Sprechübungen begonnen. Hier lernen Sie auch ohne Kehlkopf wieder laut und für alle gut verständlich zu sprechen.


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