Die Blindheit
Sehen ist unumstritten die herausragendste Eigenschaft des Menschen
sich im dreidimensionalen Raum zurechtzufinden und das Auge damit das
wichtigste Sinnesorgan. Keine Fähigkeit, sei es riechen, fühlen oder
hören, kann auch nur annähernd soviel Informationen in kompakten
Zustand aufnehmen wie das Sehsystem, welches aus Auge, Sehnerv und
Sehzentrum im Gehirn besteht. Das ist besonders in unserer heutigen
Gesellschaft von ungeheurer Wichtigkeit, da fast das gesamte Leben, sei
es öffentlich oder privat, auf visuelle Reize, wie Computer, Fernsehen
oder plakative Informationen aufgebaut ist.
Blindheit heißt Dunkelheit und der Betroffene kann Tag und Nacht nicht
mehr unterscheiden und: Ich zitiere aus dem Gesetz: „Blindheit ist eine
der absoluten Blindheit gleichzusetzende Einschränkung des Sehens, die
die Orientierung in fremder Umgebung stark erschwert bis unmöglich
macht“.
Ein Sehender kann nicht ermessen, was es heißt, blind durch den Tag zu
gehen, denn eine straff organisierte Ordnung ist die Überlebensgarantie
für einen Sehschwachen oder gar Blinden. Wenn der Betroffenen nicht
alles, was er täglich braucht, immer wieder penibel an seinen Platz
stellt, wird er es nicht wieder finden oder gar drüber stürzen und
Verletzungen riskieren. Alles hat seinen Platz, ob Hundekorb oder die
Lebensmittel im Kühlschrank und die Kaffeetasse. Die Fortbewegung in
unbekannten Umgebungen und ohne die entsprechenden Hilfsmittel wie der
Blindenstock kann zu einem unangenehmen Abenteuer werden.
Um nun dererlei Abenteuer und Unfälle zu minimieren, ganz ausschließen
kann man sie wohl nicht, werden Orientierungs- und Mobilitätsschulungen
angeboten, in denen der Sehbehinderte lernen soll, ohne fremde Hilfe in
seinem Umfeld zurechtzukommen. Gelehrt wird die allgemeine Schärfung
und der Gebrauch des individuellen Tastsinns sowie der Einsatz des
Blindenstocks. Auch der Umgang mit einem Blindenhund kann in dem
Schulungsangebot verankert sein, der Gebrauch eines solchen Tieres ist
aber stark von den Lebensumständen des Bedürftigen abhängig. Eine
Übernahme der Kosten kann bei der zuständigen Krankenkasse beantragt
werden und mit etwas Glück wird eine Bewilligung erfolgen.
Dass es die Menschen in ihrer Blindheit besonders schwer haben, ist,
auch wenn im Laufe der Zeit andere Sinnesorgane geschärft werden, wohl
unumstritten. Es ist daher aufgrund der eingeschränkten
Erwerbsfähigkeit mehr recht als billig, dass diese Menschen materielle
Zuwendungen vom Staat bekommen.
Blinde sind keine Einzelgänger, im Gegenteil, sie sind sehr
kontaktfreudig und kommunikationswillig, denn sie können zwar nicht
sehen aber dafür ihre Mitmenschen durchschauen …

Ernährung, Diät
Blindheit