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Der Bandscheibenvorfall

Die meisten Krankschreibungen erfolgen in Deutschland mit der Diagnose Rückenschmerzen. Probleme mit den Bandscheiben sind häufig Auslöser für die Beschwerden. Die Bandscheiben bestehen aus einem stabilen Faserring. Das Zentrum der Bandscheibe bildet ein weicher Kern aus einer gallertartigen Substanz. Zwischen den Wirbeln liegen die Bandscheiben als Puffer. Sie federn Belastungen und Bewegungen des Rückens ab. Ohne diese Puffer würden die knöchernen Wirbelkörper direkt aneinander reiben und starke Schmerzen verursachen. Selbst beim ruhigen, aufrechten Stehen eines Menschen lastet das Gewicht des gesamten Oberkörpers auf der Wirbelsäule. Nur intakte, elastische Puffer sind diesem Druck gewachsen. Zu Problemen mit dem Rücken kann es kommen, wenn der Faserring verletzt wird und ein Teil des inneren Gallertkerns sich in den Wirbelkanal auswölben kann. Im Wirbelkanal verlaufen Nerven, die durch die Vorwölbung der Bandscheibenstrukturen gereizt werden. Für den Patienten bedeutet dies in vielen Fällen, dass er unter starken Rückenschmerzen leidet. Selbst Lähmungserscheinungen in den Extremitäten oder der Blase können auftreten. Wenn eine solche Vorwölbung in den Wirbelkanal durch bildgebende Verfahren festgestellt wird, dann lautet die Diagnose Bandscheibenvorfall. Allerdings gibt es auch immer wieder zufällige Befunde an der Halswirbel-, Brustwirbel- und Lendenwirbelsäule, die auf einen Bandscheibenvorfall hinweisen, bei denen der Patient jedoch nicht über Schmerzen im Rücken klagt.

Die Ursachen von Bandscheibenvorfällen

Damit die Bandscheibengewebe ihre Pufferfunktion erfüllen können, müssen sie ausreichend mit Flüssigkeit gefüllt sein. Die Versorgung der Strukturen mit Wasser erfolgt durch das umliegende Gewebe. Vor allem im Schlaf, wenn in der liegenden Position die Wirbelsäule entlastet wird, füllen sich die Flüssigkeitsspeicher des Faserrings und des Gallerts wieder auf. Durch Bewegung und Belastung im Alltag und durch sportliche Aktivitäten wird die Feuchtigkeit aus den Bandscheiben wieder herausgepresst. Je jünger die Menschen sind, desto besser funktioniert die Regulation zwischen der Belastung und dem „Auftanken“ der Zwischenwirbelbandscheiben in der Ruheposition. Mit zunehmendem Alter verlieren die Körpergewebe, darunter auch die Bandscheibenstrukturen, die Fähigkeit, ausreichend Flüssigkeit binden zu können. Unterstützt wird der Mangel an Gewebeflüssigkeit in vielen Fällen von den Patienten mit Bandscheibenproblemen selbst: Sie trinken zu wenig. Durch die Austrocknung der Bandscheibenstrukturen verliert der Gallertkern an Elastizität. Der Fasserring wird spröde. Die Bandscheibe verschleißt zunehmend. Schließlich können die den Gallertkern umgebenden Fasern reißen. Der Gallertkern ist nicht mehr fest umschlossen, er kann verrutschen und so die Nerven im Wirbelkanal beeinträchtigen.

Auch bei jungen Menschen kann es zu Bandscheibenvorfällen kommen. Durch Fehl- und Überlastungen der Wirbelsäule können die Bandscheibengewebe geschädigt werden. Allein durch ein zu hohes Körpergewicht wird die Wirbelsäule überlastet. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass es auch genetische Anlagen für eine Bindegewebsschwäche gibt, die zu Problemen mit dem Rücken führen können.

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Bei den meisten Rückenschmerzpatienten, bei denen ein Bandscheibenvorfall oder sogar mehrere beschädigte Bandscheiben festgestellt wurden, können die Beschwerden durch eine konservative Therapie gelindert werden. Die Behandlungsmaßnahmen sorgen zunächst für eine Reduzierung des Schmerzpotenzials. Dazu gehört auch, dass die verspannte Rückenmuskulatur gelockert wird.

Zu den konservativen Maßnahmen gehören die Anwendung von Wärme und eine sanfte Physiotherapie. Ein Ruhigstellen des Patienten ist nur in schwersten Fällen notwendig. Dann sollte eine Stufenbettlagerung vorgenommen werden, um den Druck auf die Nerven zu mindern. Der Patient muss dafür die Knie im rechten Winkel beugen und die Unterschenkel hoch lagern. Der Arzt wird einem Patienten mit akutem Bandscheibenvorfall bei Bedarf schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Um schnell eine Schmerzreduzierung zu erreichen, werden die Medikamente oft auch örtlich mit einer Spritze appliziert. Meist werden dazu kortisonhaltige Mittel verwendet. Durch die Schmerzlinderung lassen auch die Verspannungen der Rückenmuskulatur nach. Durch eine Rotlichtbehandlung kann sich das Beschwerdebild weiter bessern. Bei chronischen Schmerzen bringen kurmäßige Anwendungen von wärmenden Moor- und Fangopackungen Linderung. Nur in schweren Fällen ist eine Operation des Bandscheibenprolapses notwendig.

Wie kann Bandscheibenvorfällen vorgebeugt werden?

Einige Sportarten sind besonders gut geeignet, die Rückenmuskulatur zu stärken und die Wirbelsäule zu entlasten. Ein gezieltes Training der Rückenmuskeln unter fachlicher Anleitung kann die Entstehung von Bandscheibenvorfällen verhindern. Auch bei bereits vorhandenen Problemen mit dem Rücken helfen vor allem regelmäßiges Rückenschwimmen und Yoga gegen die Schmerzen. Nordic Walking bietet ebenfalls ein gutes Training für den Rücken. Von einigen Krankenkassen werden die Kosten für präventive Kurse, sogenannte „Rückenschulen“, übernommen. Allerdings sollte jeder Patient, der unter Rückenschmerzen leidet, für sich selbst herausfinden, welche Maßnahmen und Sportarten ihm liegen. Denn das Wichtigste für die Vorbeugung von Bandscheibenvorfällen ist ein dauerhaftes Training, um die Strukturen im Rücken zu stärken.

Welche Hausmittel können bei einem Bandscheibenproblemen Besserung bringen?

In der Regel heißt es, dass bei einem schmerzhaften Rücken Wärme hilft. Doch wenn die Entzündung stark ausgeprägt ist, kann es Patienten geben, die durch kühlende Auflagen eine Besserung des akuten Zustandes verspüren. Hier sollte jeder Betroffene nach seinem eigenen Empfinden handeln. Dennoch ist es wichtig, den Rücken durch geeignete warme Kleidung vor Kälte und Zugluft zu schützen. Außerdem sorgt ausreichendes Trinken dafür, dass die Bandscheibenstrukturen durch die Flüssigkeitseinlagerungen elastisch bleiben. Viele Schmerzen im Rücken könnten durch regelmäßiges Trinken von zwei Litern Wasser pro Tag vermieden werden.


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