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Appetitlosigkeit

Als Appetitlosigkeit wird ein Mangel an Hungergefühl bezeichnet, der in vielen Fällen vorübergehend, manchmal aber auch dauerhaft sein kann.

Wenn etwas nicht schmeckt oder sogar verdorben ist, führt das zu einem schlagartigen kurzfristigen Appetitverlust.

Dagegen können gänzlich fehlendes Hungergefühl, plötzlich auftretender Widerwillen gegen Essen jeder Art, Ekel vor bestimmten Nahrungsmitteln oder Übelkeit beim Versuch, etwas zu essen der Beginn einer dauerhaften Appetitlosigkeit sein.

Ursachen

Die Ursachen dafür, dass man vorübergehend keinen Appetit hat, liegen heutzutage vielfach im privaten oder beruflichen Umfeld. Arbeitsbedingter Stress oder Probleme im zwischenmenschlichen Bereich lassen die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen, es ist ihnen unmöglich, abzuschalten und sich abzulenken. Psychische Belastungen erzeugen oft Druck- oder Kloßgefühle in Hals und Magen, die den Eindruck erwecken, man könne nichts herunterschlucken.

Die Folge davon: Kein Appetit mehr.

Werden die Auslöser beseitigt, verschwindet die Appetitlosigkeit meist von selbst.

Auch beginnende Infekte und Magen-Darm-Erkrankungen äußern sich häufig durch Appetitlosigkeit. Bei einer Lebensmittelvergiftung, einer Nahrungsmittelallergie oder einem bakteriellen Magen-Darm-Infekt kommen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen dazu. All das hilft dem Organismus, die auslösenden Faktoren der Erkrankung möglichst schnell wieder auszuscheiden.

Eine Nahrungskarenz während der Zeit entlastet den Körper, weil sie ihm zusätzliche Verdauungsarbeit erspart. Nach dem Abklingen der akuten Symptome kehrt der Appetit von allein zurück, eine kurzfristige Gewichtsabnahme ist rasch wieder ausgeglichen.

Dagegen kann kein Appetit über einen längeren Zeitraum, verbunden mit einem Gewichtsverlust, ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Muss man sich zu jedem Bissen zwingen und gelingt es auch nicht, den Appetit auf irgendeine Weise anzuregen, ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Das gilt besonders dann, wenn noch weitere Beschwerden hinzukommen.

Mehr oder weniger stark ausgeprägte Magenbeschwerden können auf einen Reizmagen, eine Magenschleimhautentzündung, ein Magen- oder ein Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen und Schmerzen im Darmbereich muss an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gedacht werden, beides chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Leberentzündung durch Hepatitisviren, Gallenreizungen und Bauchspeicheldrüsenentzündungen führen ebenfalls zu nachhaltiger Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen. Auch tumorbildende Erkrankungen wie Magen- und Darmkrebs sowie chronische Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus verursachen im Vorfeld ähnliche Symptome. Bleibt eine genaue Untersuchung des Verdauungssystems ohne Befund, muss nach anderen Erkrankungen gesucht werden.

Herzschwäche, Nierenfunktionsstörungen, Unterfunktion der Nebennierenrinde und Erkrankungen der Schild- und Nebenschilddrüse können ebenfalls mögliche Auslöser einer dauernden Appetitlosigkeit sein. Ebenfalls in Frage kommen neurologische und psychische Erkrankungen wie Depressionen, Demenz, posttraumatische Belastungsstörungen und Magersucht. Auch chronischer Alkoholmissbrauch, Drogen- und Tablettensucht bewirken eine starke, dauerhafte Dämpfung des natürlichen Appetits. 

Behandlung

Um die Appetitlosigkeit erfolgreich behandeln zu können, muss die Ursache feststehen.
Abhängig von der Grunderkrankung können eine Operation, eine konservative Behandlung mit Medikamenten wie z.B. Medikinet, Cotrim und Aldara oder eine Psychotherapie nötig sein. Sind Maßnahmen wie Chemotherapie und Bestrahlung erforderlich, können diese dazu führen, dass der Patient überhaupt keinen Appetit mehr hat. Hier sollten Mittel mit Wirkstoffen wie Metoclopramid, Mirtazapin oder Reboxetin eingesetzt werden, um eine weitere Gewichtsabnahme zu verhindern.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Appetitlosigkeit ist eine Überprüfung von Lebensumständen, Essverhalten, Ernährungsgewohnheiten und täglicher Bewegung sinnvoll. Das gemeinsame Essen mit der Familie zu bestimmten Essenszeiten kann den Appetit genauso nachhaltig fördern wie das gemeinsame Zubereiten und Kochen der Mahlzeiten. Diese sollten an einem festen Platz eingenommen und ohne Ablenkungen wie Fernsehen oder Lesen in Ruhe genossen werden. Auch ein hübsch gedeckter Tisch und ein liebevoll angerichtetes und dekoriertes Essen dienen dazu, den Appetit anzuregen. Sorgt man dann noch für regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, stellt sich ein gesunder Appetit meistens ganz von selbst ein.

Gründe

Die Gründe für Appetitlosigkeit bei Kindern sind oftmals schwer zu finden. Tritt sie plötzlich auf, kann der Ausbruch eines Infektes bevorstehen. In so einem Fall sollte man auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, das Kind aber nicht zum Essen zwingen.

Hat ein Kind über längere Zeit keinen Appetit oder isst nur sehr unregelmäßig, hat aber keine weiteren Beschwerden, dann bringt eine Kontrolle des Essverhaltens manchmal die Erklärung. Nicht nur viel Obst oder Süßigkeiten zwischendurch machen satt. Kein Appetit mehr bei den regulären Mahlzeiten kann bei einem Kind auch die Folge von reichlichem Genuss von Saft und besonders Milch sein.  Völlegefühl und Bauchschmerzen wegen chronischer Verstopfung wirken sich ebenfalls negativ auf den kindlichen Appetit aus.  Ein anderer Grund für Appetitlosigkeit bei Kindern können psychische Probleme sein. Konflikte in Schule oder Elternhaus, Überforderung, Ängste und Schuldgefühle – all das kann bei Kindern dazu führen, dass sie keinen Appetit mehr haben.

Eltern müssen dann behutsam versuchen, die Ursachen zu ergründen, ohne das „Nicht-Essen-Wollen“ ständig zu thematisieren, damit kein weiterer Konfliktstoff und zusätzlicher Druck entsteht. Wenn der Zustand unverändert anhält, ohne dass weitere Symptome auftreten oder ein Grund gefunden werden kann, ist eine ärztliche Untersuchung anzuraten. Keinen Appetit mehr zu haben könnte in so einem Fall ein Hinweis auf Depressionen sein – eine Krankheit, die auch im Kindesalter auftreten kann. Kommen zur Appetitlosigkeit bei Kindern auch noch eine Gewichtsabnahme oder andere körperliche Symptome hinzu, kann eine chronische Erkrankung in praktisch jedem Organ vorliegen.

Hausmittel und Medizin

Wenn die Ursache geklärt ist, gibt es verschiedene Medikamente, die den Appetit anregen und der Appetitlosigkeit entgegenwirken sollen.

Gängige Präparate wie Gastrosil, MCP und Tevilor beruhigen den Magen, bekämpfen Übelkeit und werden vom Arzt verordnet.

Daneben gibt es auch eine Reihe wirksamer und bewährter Hausmittel auf pflanzlicher Basis, die rasche Hilfe bringen können und gut verträglich sind. In erster Linie sind es verschiedene Kräutertees, die ätherische Öle und Bitterstoffe enthalten, aber auch gebrauchsfertig gemischte Heilkräuterextrakte in Tropfenform, homöopathische Globuli und Gewürze. Diese Wirkstoffe fördern den Speichelfluss, die Magensaftproduktion, die Verdauung und regen so den Appetit an.

Löwenzahn, Ingwer, Senf, Wermut und Enzianwurzel wirken anregend auf die Gallensaftproduktion und die Nierenfunktion, fördern die Verdauung und beschleunigen den Fettstoffwechsel.
Schafgarbe, Kümmel, Pfefferminze und Tausendgüldenkraut beruhigen und entspannen bei leichten Magenkrämpfen, Blähungen und Völlegefühl.
Melisse und Lavendelblüten sind hilfreich, wenn nervös bedingte Beschwerden zu Appetitlosigkeit führen.
Auch ein beliebtes Mittel zur Unterstützung der Magenfunktion ist Pepsinwein.Vor der Mahlzeit eingenommen, regt er den Speichelfluss und die Magensaftbildung an und fördert Appetit und Verdauung.
Als homöopathische Hilfe bei psychisch bedingter Appetitlosigkeit hat sich Ignatia bewährt.
Je nach Schweregrad verabreicht man Potenzen zwischen D6 und C30.
Zur Rekonvaleszenz nach akuten Erkrankungen bei Kindern kann China D2 hilfreich sein.


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